Gelbe, grüne, blaue und rote LEGO DUPLO-Steine müssen zurück in eine große  rote Kiste. Das häufig leidige Thema Aufräumen von Spielsachen ist auch im LEGOLAND Deutschland Resort bei Günzburg täglich Thema. Denn schließlich muss auch hier jemand zuverlässig die Spielecken aufräumen und reinigen. Ebenso müssen die Tische und Stühle in den Restaurants gesäubert, die Zimmer im Feriendorf gereinigt, die Betten frisch überzogen werden, die Wäsche dahin gefahren werden, wo sie gebraucht wird und, und, und …

All diese Arbeiten hinter den Kulissen lernten nun insgesamt 15 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren bei einem Projekttag des Integrationfachdienstes (ifd) Schwaben kennen. Das Ziel dieses Projekttages war es, den Freizeitpark als potentiellen Arbeitgeber kennenzulernen. Die jungen Menschen mit Handicap werden derzeit vom ifd Schwaben auf dem Weg ins Berufsleben begleitet und sollen bald in Praktika ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten herausfinden. Der ifd Schwaben berät Schulabgänger mit Behinderungen beim Übergang ins Berufsleben ebenso wie berufstätige und arbeitslose Menschen mit Behinderung sowie Arbeitgeber.

Annika Krumm arbeitet beim Günzburger Standort des ifd Schwaben, sie hat zusammen mit fünf Kollegen des ifd Schwaben die jungen Menschen zum Projekttag begleitet und berichtet: „Die Schüler kannten vor unserem Projekttag vor allem die offensichtlichen Berufe wie den Modellbauer, haben aber die Berufe hinter den Kulissen vergessen, von denen es ja zahlreiche gibt.“ Genau diese konnten sie an dem Projekttag kennenlernen und auch gleich ganz praktisch erproben. Die 19-jährige Lara zum Beispiel half beim Reinigen der Zimmer im an den Park angrenzenden LEGOLAND Feriendorf mit. „Ich fand diesen Tag sehr spannend, besonders interessant fand ich zu sehen, wie viel Arbeit hinter den Kulissen in so einem Freizeitpark steckt.“

Martina Markmann , Managerin des Feriendorfs im LEGOLAND Deutschland, hat seit einigen Jahren immer wieder Praktikanten und Berufseinsteiger, die der ifd Schwaben ihr vermittelt hat, übernommen. „Diese Zusammenarbeit ist für beide Seiten eine tolle Sache“, sagt sie. „Bei einem solchen Projekttag können die jungen Menschen die verschiedenen Tätigkeitsbereiche in unserem Resort und wir andersherum gleich die individuellen Fähigkeiten der jungen Menschen kennenlernen. Nach den Projekttagen in der Vergangenheit konnten wir eigentlich immer Praktika und daraus wiederum auch Anstellungsverhältnisse vermitteln.“  Da laut Martina Markmann im LEGOLAND auch viele leichte Tätigkeiten anfallen, sei das Resort gerade auch für Menschen mit Handicap ein interessanter Arbeitgeber.

Außerdem informierten Martina Markmann und ihre Kollegin Miriam Fritschi, Supervisor Hauswirtschaft, die jungen Menschen an diesem Tag darüber, worauf bei künftigen Mitarbeitern Wert gelegt wird: Freundlichkeit und Flexibilität im Umgang mit den Besuchern, die Bereitschaft zu Diensten auch an Feiertagen und Wochenenden sowie in vielen Bereichen des Parks sicheres Englischsprechen. Auch mit der passenden Arbeitskleidung, roten Pullis mit LEGOLAND-Logo, wurden die Teilnehmer des Projekttags ausgerüstet, bevor die Schülerinnen und Schüler sich ans Werk machten und sich an ein paar der vielen täglich anfallenden Arbeiten im LEGOLAND selbst versuchen durften.

Auf dem Programm des Projekttages standen außerdem eine Rallye, um das LEGOLAND Resort und seine einzelnen Bereiche kennenzulernen, ein Mittagessen in der Mitarbeiterkantine, ein Workshop zum Thema LEGO Modellbau und zum Schluss natürlich noch Zeit, um die Fahrgeschäfte im Park zu testen. „Das hat unseren Teilnehmern natürlich mit am besten gefallen“, berichtet Annika Krumm, die sich erhofft, dass dieser Tag ihren Klienten eine mögliche berufliche Zukunft eröffnet hat. (kr)

Info: Der ifd Schwaben berät und unterstützt Schulabgänger mit Behinderung beim Übergang ins Berufsleben ebenso wie berufstätige und arbeitslose Menschen mit Behinderung, die an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz nicht mehr oder nicht mehr vollständig zurückkehren können. Ebenso werden auch die Arbeitgeber beraten und zum Beispiel über die Besonderheiten der jeweiligen Behinderung ihres Mitarbeiters und über Fördermöglichkeiten informiert. In Schwaben wird der Integrationsfachdienst in Kooperation von KJF Augsburg und den Diakonischen Werken Augsburg, Kempten, Donau-Ries und Neu-Ulm betrieben. Er arbeitet im Auftrag öffentlicher Leistungsträger, unter anderem des Integrationsamtes beim Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) Region Schwaben, der Agentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung.

Mehr Infos unter: www.ifd-schwaben.de